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48.000 strömten in Frack oder Jeans zu AIDA
Seit Monaten war angekündigt, dass sich die Arena AufSchalke am 1. September 2001 in Europas größtes Opernhaus verwandeln würde. Eine Oper in einem Fußballstadion, geht das überhaupt? Die Zweifler wurden eindrucksvoll überzeugt. Palmen, Sand und Pyramiden anstelle des Rasenschiebefeldes sorgten vor 48.000 Zuschauern bei ausverkauftem Haus für die richtige Atmosphäre.
Dabei gab es sogar einen Weltrekord. Noch nie wurde eine Oper in einer solchen Größenordnung aufgeführt. Insgesamt 800 Darsteller, der bulgarische Nationalchor, das Ballet Arabesque und die Neue Philharmonie Westfalen sowie den kanadischen Sounddesigner Guy Desrochers hatte der holländische Produzent Companions eigens für diese Inszenierung unter Vertrag genommen. Für das künstlerische Team unter der Leitung von Regisseur Petrika Ionescu und Kulissendesigner Bernard Arnould war die"Aida" in der Arena AufSchalke eine besondere Herausforderung. Europas modernstes Stadion bietet schließlich vollkommen andere Voraussetzungen als ein ganz normales Theater.
Viel Arbeit gab es im Vorfeld für alle Beteiligten. Monatelang wurde hinter den Kulissen geprobt und bis zur Erschöpfung gearbeitet. Der Erfolg bei der Aufführung entschädigte jedoch alle Mitarbeiter für ihre Mühen. Das Konzept der Veranstalter, "Oper für jedermann", war voll aufgegangen.
Der Ort des Geschehens ließ keine Schwellenangst vor dem großen Theater aufkommen. Niemand musste der italienischen Sprache mächtig sein und es gab keine Kleiderordnung. So präsentierten sich jung und alt zu AIDA ebenso selbstverständlich im schwarzen Frack wie in Jeans. Freunde der italienischen Oper kamen an diesem Abend genauso auf ihre Kosten wie die Schalke-Fans, die ihre Arena mal in ganz anderem Gewand sahen.
Einziger Wermutstropfen an diesem Abend war die eisige Kälte. Aufgrund des starken Temperaturabfalls Anfang September, der Thermik der Halle und den für die Statisten geöffneten Tunnelzugänge erstarrte so mancher Besucher zu Eis. Aber, darin waren sich alle einig, an der Inszenierung hat das mit Sicherheit nicht gelegen.
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