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Volksfeststimmung bei der Veltins World Team Challenge 03

Eine Steigerung schien nach der tollen Premiere in der Arena AufSchalke kaum möglich - und dennoch ist sie gelungen. Bei Zweitauflage der Veltins World Team Challenge, dem Mixed-Staffel-Sprint der weltbesten Biathleten, gab es am 27. Dezember 2003 zwei Sieger: Zum einen Ole Einar Björndalen, der sich dank einer überzeugenden Vorstellung mit seiner Partnerin Gunn Margit Andreassen vor den deutschen Staffeln Katja Beer und Michael Greis sowie Kati Wilhelm und Ricco Gross den Sieg sicherte. Zum anderen die 50.342 Zuschauer in der Arena, die für eine Gänsehaut produzierende Volksfest-Stimmung sorgten.

Schon lange vor dem Hauptereignis stand der Wintersport in und um die Arena im Mittelpunkt. So begann die Après-Ski-Party im Winterdorf bereits um 11 Uhr und verzeichnete schon gegen Mittag über 20.000 Besucher. Auch nach dem Ende des Rennens im Innenraum des Stadions war das Winterdorf wieder Anlaufpunkt für die Biathlon-Begeisterten, denn um 22.30 Uhr fand hier das Abschlussfeuerwerk statt.

Am Austragungstag selbst war die Durchführung der Veltins WTC 03 lange Zeit gefährdet. Heftige Niederschläge in der Nacht vor dem Rennen hatten sich verheerend auf den bereits produzierten Schnee ausgewirkt. "Wer heute morgen um 8.30 Uhr, 8.45 Uhr die Strecke gesehen hat, der hätte nicht gedacht, dass hier ein Rennen stattfinden kann", bekannte Schalkes Manager Rudi Assauer. "Wir dachten, dass die Bedingungen des Vorjahres mit zwölf Grad und Nieselregen uns vor eine große Herausforderung gestellt hätten. Das war aber im Vergleich zu diesem Jahr gar nichts." Dank der spontanen und effektiven Hilfe des Veltins Alpincenters in Bottrop und insbesondere des Geschäftsführers Helmut Amhof konnte der benötigte Schnee noch rechtzeitig in die Loipe geleitet werden. Die letzte LKW-Fuhre traf übrigens erst um 16.45 Uhr ein, wenige Minuten vor dem Qualifikationsrennen...

Im Hauptrennen über 15 Runden übernahmen das später siegreiche Duo nach dem dritten Schießen erstmals die Führung und schienen lange Zeit uneinholbar zu sein. Während sich Björndalen den ein oder anderen Fehlschuss gestattete, leistete sich Andreassen nahezu keinen Fauxpas, so dass der Vorsprung zeitweise auf über 30 Sekunden anwuchs. Die deutschen Teams, allen voran Katja Beer und Michael Greis sowie Kati Wilhelm und Ricco Gross, ließen sich davon nicht entmutigen. Sechs Runden vor Schluss musste Björndalen nach vier Fehlversuchen eine Strafrunde drehen, Vorjahressieger Michael Greis zog am Favoriten vorbei. "Oh wie ist das schön!", feierte die Arena, die freilich zuvor allen Athleten die verdienten Ovationen zukommen ließ.

Doch der Traum von einem erneuten deutschen Erfolg nach 2002 erfüllte sich nicht. Die Norweger fingen sich in bravouröser Manier. Beim letzten entscheidenden Schießen traf Björndalen auf Anhieb fünfmal ins Schwarze, während Greis zweimal nachladen musste. Ole Einar Björndalen konnte sich auf der im Innenraum der Arena errichteten Brücke sogar einen kurzen Stop erlauben, um die stehenden Ovationen des fairen Publikums entgegenzunehmen.

Dies tat ihm übrigens Raphael Poiree etwa zwei Minuten später nach. Der Franzose, der im weiteren Verlauf der Saison zum überragenden Athleten bei den Weltmeisterschaften in Oberhof werden sollte, fuhr zwar als Letzter über die Ziellinie, ließ sich aber ebenfalls zu einem augenzwinkernden und vielbeklatschten Halt auf der Brücke hinreißen. Überhaupt hatte die Arena ein Herz für alle Athleten - und besonders für Uschi Disl. Sie wurde während des Rennens mit langgezogenen "Uschiii"-Sprechchören gefeiert. Selbst nach der Siegerehrung wollte so mancher noch nicht nach Hause gehen und forderte lautstark: "Wir wolln die Uschi sehn!"

Ole Einar Björndalen kommentierte derweil erleichtert seinen Sieg: "Beim Liegend-Schießen habe ich doch heute Probleme bekommen und den Druck des Publikums gespürt. Zum Glück hatte ich heute Gunn Margit Andreassen in meiner Mannschaft. Ohne sie hätte es mit dem Sieg nicht geklappt." Die beiden Sieger erhielten einen Scheck über insgesamt 10.000 € sowie jeweils eine hochwertige Rado-Uhr im Wert von 1.500 €, dazu zwei handgefertigte Siegerpokale. Insgesamt werden Preisgelder in einer Höhe von 52.300 € für die zwölf teilnehmenden Staffeln ausgelobt.

Neben dem großen Biathlon-Rennen gab es zwei weitere interessante Wettbewerbe. Das Shoot-Out gewann wie im Vorjahr Peter Sendel, der vor Olga Zaitseva und Andreas Birnbacher siegte. Beim Prominentenrennen durften die Schalker Profis feiern: Sven Vermant als Schütze siegte gemeinsam mit dem WSV-Nachwuchsläufer Florian Bartscher, Oliver Reck wurde mit Benedikt Basedow Zweiter. Der dritte Rang ging an den Biathlon-Olympiasieger Frank-Peter Rötsch und Läufer Christopher Hodde.

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