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Kurdisches Kulturfestival lockt 50.000 Menschen in die Arena

Auf der Kurt-Schumacher-Straße gab es zeitweise kaum noch ein Fortkommen. Über 500 Reisebusse aus ganz Europa bahnten sich ihren Weg in Richtung Arena AufSchalke. An Bord: Kurden aus aller Welt. Die Nummernschilder ließen schon erahnen, wie wichtig ihnen war, sich am 7. September 2002 in der multifunktionalen Spielstätte zu versammeln. "10. Internationales Kurdisches Kulturfestival" hieß die Veranstaltung, die die Besucher aus der Türkei, England, den Niederlanden, Belgien, Frankreich und der Schweiz nach Gelsenkirchen lockte.

Für Schalker Verhältnisse war der Anblick im Innenraum natürlich ungewöhnlich. Kein Meer aus blau und weiß, sondern eine vielfältige Collage durch die gesamte Farbpalette. Die Frauen präsentierten traditionelle kurdische Gewänder, die Männer zeigten sich in ihren feinsten Anzügen. Dazu überall Fahnen und Farben des kurdischen Volkes.

Viele waren schon am Tag zuvor in Gelsenkirchen eingetroffen. Teilweise haben sie auf dem Gelände der Arena übernachtet und schon in der Nacht zum eigentlichen Festtag begonnen, ihr Wiedersehen mit Freunden, Bekannten und Verwandten rund um das modernste Stadion Europas zu feiern. Schon da wurde klar, dass es eine Veranstaltung werden würde, die ganz im Zeichen von Frieden und Begegnung stehen würde.

Der Veranstalter, die Föderation kurdischer Vereine in Deutschland (Yek-Kom), hatte das Festival unter das Motto "Frieden braucht Gerechtigkeit" gestellt. Sie wollten damit ein "Zeichen für Frieden und Völkerverständigung" setzen. Dieses Ziel wurde vor allem deshalb erreicht, weil die 50.000 Gäste in der Arena mit gutem Beispiel voran gingen. "Keine besonderen Vorkommnisse" vermeldete daher auch die Gelsenkirchener Polizei. Schon bei früheren Veranstaltungen dieser Art, wie zum Beispiel am 2. September 2000 im Müngersdorfer Stadion in Köln, hatte sich gezeigt, dass eventuelle Bedenken in Bezug auf die Sicherheit völlig grundlos waren. So war es auch in Gelsenkirchen. Blumen und Fahnen bestimmten das Gesamtbild in der Arena AufSchalke. Dazu ein umfangreiches und vielfältiges Kulturprogramm, dass die Menschen von zwölf Uhr mittags bis 21 Uhr zusammen führte.

Die Arena stand dem Festival mit all ihren technischen Finessen zur Verfügung. Im Innenraum war eine große Mittelbühne aufgebaut, wo kurdische Musiker und Künstler auftraten. Wie ihre Zuschauer hatten auch sie teilweise enorme Wege auf sich genommen, um beim Internationalen Kurdischen Kulturfestival dabei zu sein. Kurdische Folklore aus Mesopotamien, Palästina, Israel, Südkurdistan, der Türkei und aus England sorgten für einen kurzweiligen Nachmittag und vor allem dafür, dass die friedliche Botschaft einen langen Eindruck bei den Zuhörern behielt. Zudem war der Videowürfel in Betrieb, so dass auch die Menschen in den hintersten Reihen nichts von dem vielfältigen Programm verpassen mussten.

Unter den 50.000 Besuchern waren selbstverständlich auch zahlreiche Politiker und Offizielle. Eröffnet wurde das Friedensfest mit einem Grußwort des Hausherrn. Schalke-Manager Rudi Assauer ließ es sich nicht nehmen, die Gäste persönlich willkommen zu heißen. Im politischen Teil des Tages traten kurdische Redner auf. Doch auch Politiker aus dem Europäischen Parlament, Vertreter des nordrhein-westfälischen Landtags sowie Dr. Manfred Beck, Kulturdezernent der Stadt Gelsenkirchen, waren gekommen, um Worte an die Vertreter der Kurden zu richten.

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