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VELTINS-Arena wird größtes Eishockeystadion der Welt

„In neun Jahren VELTINS-Arena haben wir von Fußball-Champions-League über Handball, Biathlon und Boxen eine Menge Dinge miterlebt, aber das Eishockey-Event ist für uns eine ganz neue Herausforderung“, erklärt Ulrich Dargel, Leiter der Technischen Abteilung der FC Schalke 04-Stadion-Beteiligungs GmbH.

Dass im modernsten Stadion Europas nichts unmöglich ist, wird mit dem Eröffnungsspiel der 2010 IIHF Weltmeisterschaft einmal mehr unter Beweis gestellt. Um mit insgesamt 76.152 Zuschauern einen neuen Weltrekord aufstellen zu können, wurden beispielsweise Vortribünen für den Innenraum eigens von der Firma Nüssli angefertigt, damit die Zuschauer, die auf den unteren Reihen der dahinter liegenden Ränge sitzen, freie Sicht haben. 14.920 Fans mehr als bei Spielen der Fußball-Bundesliga finden auf diese Weise in der Arena Platz. 550 Tonnen Material wurden seit vergangener Woche auf 33 Sattellastzügen angeliefert, damit alles pünktlich beginnen konnte.

„Die Firma Nüssli arbeitet hier in einem Zwei-Schichten-Betrieb à 13 Stunden mit einem 35-Mann-Kader“, erklärte Dargel weiter. Nur auf diese Weise ist es möglich, die VELTINS-Arena in so kurzer Zeit in eine beeindruckende Arena für die Eishockey-Weltmeisterschaft zu verwandeln. Selbstverständlich liegt ein besonderer Fokus auf einer einwandfreien Eisfläche, auf der die Akteure sich am Freitagabend (7.5.) ein packendes Duell liefern können. Seit Sonntagmorgen (2.5.) ist die Firma AST aus Österreich mit dem Einbau der Eisfläche beschäftigt. Acht Kälteaggregate sowie zwei Stromaggregate sind seit Mitte vergangener Woche auf dem Parkplatz P5 aufgestellt. „Pro Tag bedeutet das 10.000 kW Stromverbrauch“, so Dargel. „Damit könnte ein Vier-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus zwei Jahre lang versorgt werden.“

Über eine Strecke von circa 200 Meter wird das Wasser-Glykolgemisch, aus dem die Eisfläche gefertigt wird, über zwei Hauptrohre auf die Fläche geführt. 130 Kubikmeter Trinkwasser sind hierfür erforderlich, was in etwa 1.000 gefüllten Badewannen entspricht. Das Eis dieser Eishockeyfläche wird schichtweise aufgebracht. „Das dient der Festigkeit, die bei dieser Sportart von besonderer Bedeutung ist“, erläutert der Leiter der Technischen Abteilung. Zwei Zentimeter dick ist die erste Schicht, die nach Fertigstellung lackiert wird und somit dem Gesamtfeld die helle Farbe verleiht. Nach Aufbringung von zwei weiteren Zentimetern Eis werden die Linien, die das Spielfeld markieren, aufgezeichnet, bevor drei weitere Zentimeter Eisschicht den Abschluss bilden.

„Die Banden werden direkt mit dem Eis verfroren und können anschließend einem Druck von sieben bis acht Tonnen standhalten“, so Dargel. Wenn zwei Spieler auf eine Bande prallen, erzeugen sie durch die Geschwindigkeit einen Druck von sechs bis sieben Tonnen. Ebenfalls modifiziert werden musste das Flutlicht. Die 212 Strahler, die in der Dachkonstruktion der Arena hängen, sind darauf ausgerichtet, den gesamten Innenraum auszuleuchten. „Wir wollen jedoch die Zuschauer im Innenraum nicht blenden, sondern nur die Eisfläche beleuchten“, beschreibt der Technische Leiter die Notwendigkeit, 78 Strahler auszuwählen, neu auszurichten und somit die Arena im wahrsten Sinne des Wortes in einem ganz anderen Licht erstrahlen zu lassen.

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